How To: Katzenportrait am Beispiel meiner Katze Maggie

Vor kurzem habe ich hier ein Portrait meiner Katze Maggie veröffentlicht. Da ich von einigen Leuten gefragt wurde, wie das Foto entstanden ist, möchte ich hier einmal einen genaueren Einblick in die Entstehung dieses Fotos geben und hoffe zugleich, das ich damit auch den einen oder anderen dazu ermutigen kann, selbst auch einmal ähnliches aus zu probieren. Denn auch wenn ich dieses Foto mit meiner Katze gemacht habe, kann man die grundlegende Technik auch problemlos bei anderen Motiven anwenden.
Dies gilt um so mehr, da andere Motive im Zweifel nicht so sehr ihren eigenen Kopf haben, wie das bei einer Katze, aber auch bei Tieren generell der Fall ist.

Hier nun aber auch erst einmal das fertige Foto um das es im Folgenden geht:

IMG_3062

Das Foto ist bei mir in der Wohnung entstanden und habe ich es mit meiner 500D von Canon und meiner 50mm f1.8 Festbrennweite von Canon aufgenommen. Maggie meine Katze saß dabei auf dem Kratzbaum vorm Fenster und ich habe mit Hilfe meines Lampenstativs, dem weißen Reflektorschirm, meines externen Blitzes und dem Funkauslöser indirekt von links oben geblitzt.

Dabei hatte ich die Kamera auf ISO 100, f6.4 und einer Belichtungszeit von 1/160s stehen. Da es draußen bereits dunkel war, hatte ich kein Problem mit durch das Fenster einfallendem Licht und war somit zugleich mein Blitz auch meine Hauptlichtquelle. Insofern galt es nur darauf zu achten, das sich der Blitz nicht so im Fenster spiegelt, das er in der Aufnahme zu sehen ist.

Mit den genannten Einstellungen und dem indirekten Blitz von links oben habe ich dann dieses JPG aus der Kamera erhalten:

IMG_3062

Wie man sieht haben meine Vorhänge bei der Aufnahme also durchaus auch etwas vom Blitzlicht abbekommen, während der Bereich hinter Maggie mit dem Blick nach draußen bereits schön schwarz ist.
Zwar gefällt mir das Foto so auch schon ganz gut, aber mich persönlich haben die Vorhänge dann eben doch ein wenig gestört. Außerdem war mir ihr Fell so noch nicht kontrastreich genug.

Insofern habe ich also am Rechner die RAW-Datei mit RAWtherapee geöffnet und entsprechend meinen Vorstellungen fertig gemacht.

Die RAW-Entwicklung hin zum fertigen Bild

In RAWtherapee geöffnet sah das Foto dann so aus:

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Wie man sieht ist das Foto hier sogar noch deutlich heller als das JPG aus der Kamera, was schlichtweg daran liegt, das RAWtherapee zunächst einmal versucht, das Foto “korrekt” zu belichten, quasi genauso, wie es die Kamera in einer der Automatiken auch tuen würde.

In diesem Fall ist dies allerdings natürlich einmal so gar nicht der Effekt der beabsichtigt ist, weshalb ich als erstes einmal die Belichtung wieder reduziert habe, sowie den Schwarzwert und den Kontrast deutlich erhöht habe.

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Bereits nach diesem ersten Arbeitsschritt ist das fertige Foto schon sehr gut zu erahnen.
Als nächstes habe ich die Highlight Reconstruction aktiviert und mich im nächsten Schritt an die Lichter, den Schatten und den lokalen Kontrast gemacht.

Hierbei habe ich die Schatten aufgehellt und die Spitzlichter abgedunkelt. Außerdem habe ich den lokalen Kontrast stark erhöht. Hierbei ist allerdings ein wenig Vorsicht geboten, da nicht jedes Motiv viel Kontrast und/oder viel lokalen Kontrast verträgt. In diesem Fall hilft es aber wunderbar die Zeichnung im Fell hervor zu heben. Insbesondere ihre Schnurrharre kommen so besser zur Geltung.

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Als nächstes habe ich dann das Tone Mapping aktiviert, welches ebenfalls dazu beiträgt das Fell besser zur Geltung zu bringen. Allerdings habe ich hier einen recht geringen Wert gewählt, damit der schwarze Hintergrund nicht wieder zu sehr aufgehellt wird, oder gar zu rauschen anfängt.

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In einem letzten Schritt habe ich dann noch die Helligkeit der Farben, den Farbkontrast und die Farbsättigung entsprechend meiner Vorstellung angepasst.

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Damit war die Bearbeitung dann allerdings auch schon fertig und ich hatte das oben gezeigte finale Foto.

Wie man sieht, ist es an sich nicht sonderlich schwer, ein solches Foto aus einer entsprechenden RAWdatei heraus zu holen. Ob man dafür nun RAWtherapee oder ein anderes Programm benutzt bleibt letztlich jedem selbst überlassen. Wichtig ist halt nur, das man im RAW-Format fotografiert um dessen Potential auch nutzen zu können.

Außerdem sollte man natürlich auch dafür sorgen, das man eine möglichst gute Aufnahme als Ausgangsmaterial hat. Deshalb hier noch einmal die wichtigsten Dinge, die es zu beachten gilt.

Benötigt wird eine DSLR, wenn möglich mit einer passenden Festbrennweite da hier die Abbildungsleistung einfach besser ist als bei einem Zoom vergleichbarer Preisklasse.

Des weiteren wird ein externer Blitz mit Funkauslöser an einem Lampenstativ mit Reflektorschirm benötigt. In diesem Fall habe ich einen weißen Reflektorschirm verwendet und von links oben geblitzt.

Außerdem sollte man möglichst im Manuellen Modus fotografieren und seine Kamera passend einstellen. Falls ein Effekt wie bei dieser Aufnahme gewünscht ist, sollte man außerdem auf einem möglichst dunklen Hintergrund achten.

Fazit

Ein Foto wie das hier gezeigte ist an sich nicht weiter schwer umzusetzen. Allerdings sollte man für die ersten Versuche vielleicht auf Menschen oder Gegenstände zurückgreifen, da Tiere nun einmal ihren eigenen Kopf haben und nur sehr begrenzt das tuen was man will. Wenn es einem aber egal ist, wenn man anfangs einiges an Ausschuss produziert und man starke Nerven hat, kann man sich natürlich auch direkt an Tieren versuchen. Hilfreich ist es dann jedoch, wenn es die eigenen sind, da man diese selbst gut kennt und eher abschätzen kann, wie sie sich verhalten werden.

Ich jedenfalls hoffe mal, das diese kleine Anleitung hier verständlich war und dem einem oder anderen weiter hilft. Probiert es am Besten einfach selber einmal aus.

Und wie immer: Für Kritik, Anregungen, Verbesserungsvorschläge aber auch Lob in den Kommentaren bin ich dankbar. 😉

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